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Israels Rechte auf dem Vormarsch [29.12.2012]

Uri Avnery analysiert den Vormarsch der israelischen Rechten Israels Rechte ist auf dem Vormarsch. Und es ist dieser Vormarsch - so Uri Avnery - der Regierungschef Netanjahu unlängst dazu bewog öffentlich den Ausbau von E1 zu verkünden und sich damit diplomatisch weltweit derart in das Abseits zu stellen, dass sich nicht einmal mehr Angela Merkel hinter ihn stellen mochte.

Die von Netanjahu permanent öffentlich vorgeführte Verachtung der UN und des internationalen Rechts sowie die Verhöhnung der Menschen- und Bürgerrechte der Palästinenser erfüllt dabei allein den Zweck, sich vor den jüdisch-nationalistischen Ultras Israels als der starke Mann Israels zu präsentieren.

Die Anpassungstrategie Netanjahus ist jedoch zum Scheitern verurteilt, da sich Rechtsextremisten in der Regel nicht mit halbherzigen Konzessionen abspeisen lassen. Und wenn kein Wunder geschieht, wird die Geschichtsschreibung ihn dereinst als den Mann des Übergangs hin zu einer neuen faschistischen Ära beschreiben.

Egal wie sehr es sich progressive und sakulare Israelis auch wünschen mögen: weder die Amerikaner noch die Europäer werden sich dieser Entwicklung in den Weg stellen.

Bedanken können sie sich dafür bei den Führern der jüdischen Diaspora. Nachdem diesen zugestanden wurde sich - angesichts der Abgründe der Shoah - dauerhaft im Zustand moralischer Unfehlbarkeit zu befinden, gelten ihre Fatwas gegen alle Abweichler vom israelischen Rechtskurs als Gesetz.
Und die unreflektierte Unerbittlichkeit bei der Befolgung der Fatwas - nicht nur durch die eigenen Gläubigen, sondern mehr noch durch die Ungläubigen - ist dabei dem praktischen Umstand geschuldet, dass mit der Strenge der Befolgung das eigene Moral-Prestige in die Stratosphäre katapultiert wird.

 (ts)

Ergänzende Links:
Naftali Bennett: The David Duke of Israel (antiwar)

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