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ZEIT-Autor Jens Balzer mit Fake News über Roger Waters und BDS [05.12.2017]

Fake news by 'DIE ZEIT' Der neueste Fall von Zensur und vorauseilendem Gehorsam gegenüber Israel - dessen Staatsziel erklärtermassen darin besteht, die Existenz der Palästinenser unter seiner Herrschaft zu beenden - ist eine Verfügung des WDR-Intendanten Tom Buhrow. Der WDR wird demnach den Mantel des Schweigens nicht nur über den Prozess der Vertreibung der Palästinenser durch Israel ausbreiten, sondern auch über all jene Künstler, die sich diesem Recht Israels widersetzen, um so auch deren Existenz zu zerstören.

Der nächste logische Schritt des WDR besteht darin, von jedem Künstler ein schriftliches Bekenntis zu Israels Recht auf die Deportation von Palästinensern zu verlangen.

All dies ficht den Pop-Feuilletonisten Jens Balzer, nicht an. Denn Balzer - so scheint es - muss diese Erkärung wohl schon unterschrieben haben.


Anders sind die von ihm verbreiteten Fake-News nicht zu erklären, die er wie folgt in der ZEIT zum Besten gibt:

Er [Roger Waters] unterstützt eine Organisation, die sich den totalen Boykott eines Landes und all seiner Einwohner zum Ziel gesetzt hat. BDS will, dass überhaupt keine ausländischen Künstler mehr in Israel auftreten und keine israelischen Künstler mehr im Ausland. So startete die Organisation im vergangenen August wegen der Teilnahme einer einzelnen israelischen Sängerin eine Kampagne gegen das Berliner Pop-Kultur-Festival – die Künstlerin wurde also nicht als einzelner Mensch, sondern ausschließlich als Angehörige eines Volkes gesehen, deren Anwesenheit dazu führte, dass die gesamte Veranstaltung boykottiert werden musste.

Hier lügt der ehrenwerte Herr Balzer gleich zweimal.

Lüge No. 1:
Fakt ist, dass die BDS-Kampagne Juden und Israelis dazu auffordert sich an der Kampagne zu beteiligen, wie man im Gundsatzdokument der Kampagne nachlesen kann: "We also invite conscientious Israelis to support this Call, for the sake of justice and genuine peace."
Ein Totalboykott sieht anders aus.

Lüge No. 2:
Fakt ist weiterhin, dass sich die Kampagne in Berlin selbstverständlich nicht gegen eine jüdische Teilnehmerin wendete. Der Anlass für den Boykott bestand vielmehr darin, dass Israel mit auf der Sponsorenliste der Veranstaltung stand.

Der langjährige Beobachter wundert sich nicht. 'Fake news' aus/über Israel sind die Regel, nicht die Ausnahme.

 (ts)

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